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Newsletter 9 |
Antaranga März 2003 |
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Newsletter 8
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Antaranga Aug 2002 |
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Newsletter 7
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Antaranga Dez 2001 |
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Newsletter 6
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Antaranga Juli 2001 |
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Newsletter 5
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Antaranga November 2000 |
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Newsletter 4
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Antaranga April 2000 |
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Newsletter 3
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Antaranga Juli 1999 |
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Newsletter 2
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Ursula
Chowdhury Dezember 1998 |
| Newsletter 1 |
Anantha and Francis Aradhya .September 1998 |
Newsletter 1 [Anfang]
Liebe Freunde.
Dies ist der erste Newsletter von unserem Projekt.
Wir freuen uns, dass wir über die verschiedenen Entwicklungsphasen
unseres Projekts an der Bannerghatta Road ( ungefähr 15 km südwestlich von
Bangalore) berichten können. Im Mai 1998 wurde mit dem Bau des ersten
Hauses und des Wekstattgebäudes begonnen. Mit dem Graben des Tiefbrunnens
warten wir noch einige Monate, da wir für den Bau Wasser vom benachbarten
Brunnen bekommen.
Unser Bauunternehmer, Herr A. Sukumar, hat ein echtes Interesse an unserem gemeinnützigen
Unternehmen entwickelt und seine Sorgfältigkeit und tatkräftige Entscheidungen
verhelfen dem Bau zu einem ständigen Fortschritt.
Die Grundmauern beider Gebäude stehen sicher auf dem Granituntergrund. Der
Boden des Werkstattgebäudes ist fertig bis auf den mittleren Teil, für den
Anantha und Georg Leuzinger, unser Architekt, künstlerische Ideen haben. Der
mittlere Teil wird fünfeckig (wie das Gebäude selbst) und soll aus
naturfarbenen Backsteinen gemacht werden. Der Bauunternehmer hofft, dass die
Werkstatt in diesem Monat fertig werden wird, während der Hausbau noch
bis Anfang 1999 dauern wird - wenn alles gut geht!
Stetes Bauen heißt auch stete Bezahlen und wir warten und warten auf die
Genehmigung vom Innenministerium in Delhi, endlich Geld aus dem Ausland
empfangen zu dürfen. Im April 1998 haben wir den dritten Antrag gestellt und
gerade heute, während dieser Newsletter geschrieben wir, bekommen wir die
Nachricht, dass unser Antrag genehmigt wurde. Die holländischen Freunde von
Camphill India überweisen nun sofort Dfl 50 000.00 und somit ist die
Finanzierung des Baus vorläufig gesichert. Bald können auch andere Fördergruppen
im Westen Geld an uns senden.
Hier in Indien gehen wir ebenfalls mit neuen Ideen ans Spenden sammeln. Gene
Hashmi, ein junger Journalist, hat sich stark mit der Camphill Idee im
allgemeinen beschäftigt und hat den neuen Text zu unserer Broschüre verfasst,
die diesen Titel trägt: "Deep in the Heart of Nowhere" (Tief im
Herzen von Nirgendwo). Hier ein Beispiel aus einem der kurzen Kapitel dieser Broschüre:
"Viel ist über das Thema Behinderung in diesem Land gesagt und geschrieben
worden, aber lange nicht alles ist geklärt. Unser Land hat über 9 Millionen
geistig behinderte Menschen. Das ist, bestenfalls, eine vorsichtige Schätzung.
Die Menschen und Organisationen die qualifiziert sind, mit diesen Behinderten zu
arbeiten, sind nicht ausreichend. Früher oder später leben Eltern und alte
Freunde nicht mehr. Und was geschieht dann? Camphill wurde ins Leben gerufen, um
sich mit solchen Situationen zu befassen. Und diese Situationen haben sich über
die Jahre kaum geändert. Deshalb betrachtet Camphill auch nach sechzig Jahren
seine Arbeit als kaum begonnen. Heute setzt Camphill seine Arbeit da fort, wo
niemand sonst arbeiten will: "Deep in the Heart of Nowhere".
Der Aufwand an Zeit, Energie und Materialien für diese Broschüre war eine
Spende von Gene und seinen Freunden. Wir werden diese Broschüre an
Organisationen und Firmen in und um Bangalore verteilen.
Seit Mai haben wir eine "Action Group" die aus 7 Mitgliedern besteht
und versucht sich um die notwendigen Schritte in dieser Pionierphase zu kümmern.
Wir treffen uns alle zwei Wochen und besprechen Themen wie Spendensammeln,
Baufortschritt, Namen für unsere Gemeinschaft, Bewerbungen, usw. und die Arbeit
ist interessant und eine Herausforderung. Wir bereiten uns auch auf die
festliche Eröffnung unserer Wohngemeinschaft im April/Mai vor.
Eine Frau, Jaya Yegnaswamy, schreibt ein kurzes Stück für diesen Anlass. Es
soll eine Aussage sein über unsere Mitmenschen, die in Indien im Jahre
1999 mit geistiger Behinderung leben müssen. Wir wollen dieses Stück mit
unseren zukünftigen Mitarbeitern und Behinderten aufführen.
Die Nachricht über unser Projekt verbreitet sich unter Eltern und Institutionen
in Bangalore und so bekommen wir mehr und mehr Anfragen nach Informationen und
Antragsformularen. Im newsletter der "Karnataka Parents Association for
Mentally Retarded Citizens" wurde ein Artikel über unser Projekt veröffentlicht.
Zwei unserer holländischen Freunde von Camphill Christophorus haben uns während
einer Indienreise in Bangalore besucht: Frans Josef van Nispen und Roderic
Gradenwitz, der Vorsitzende der holländischen Foerdergruppe von "Friends
of Camphill India. Wir zeigten ihnen unser Land und den Bau unserer
Wohngemeinschaft und sie waren begeistert und halfen uns mit guten Vorschlägen,
Ideen und moralischer Unterstützung!
Zur Zeit haben wir eine kleine, vorübergehende Tagesstätte eingerichtet. Eine
31 jährige Frau mit Down Syndrome ist schon bei uns und drei weitere Kandidaten
haben sich beworben. Und zum Schluss noch die gute Nachricht, dass wir unser
Land für 82 Jahre pachten können, für einen jährlichen Betrag von Rs.
100.00!
Vorerst befassen wir uns nicht mit der fernen Zukunft, sondern sind ganz im
"hier und jetzt", voll Energie um bei der Geburt unseres Bangalore
Projekts mitzuhelfen.
Freunde, wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.
Im Namen aller Mitglieder der "Friends of Camphill India" senden wir
viele Grüße von seinem sehr verregneten Bangalore.
Anantha und Francis Aradhya
Newsletter 2 [Anfang]
Liebe Freunde.
Es ist Anfang Dezember, die schönste Jahreszeit in Bangalore mit sonnigen
Tagen, blauem Himmel und kühlen Nächten und nach der Regenzeit ist rundum
alles wieder grün. Dies ist auch die Zeit wenn wir an Weihnachten denken und in
unserer Tagesstätte wird Advent gefeiert mit Singen bei Kerzenlicht und
bald wird gebacken und unser Weihnachtspiel vorbereitet.
Im Moment haben wir vier Behinderte bei uns: Girly, Shalu und Adrian und dazu
noch Susan, die uns für ein paar Wochen besucht und deren Eltern sehr daran
interessiert sind, dass sie in unsere Wohngemeinschaft aufgenommen wird. Francis
und Anantha planen den Tagesablauf mit großer Sorgfalt; ihre Kinder, Aruna und
Padma, haben sich mit unseren Behinderten sehr gut angefreundet und es herrscht
viel Fröhlichkeit wenn sie zusammen sind. Neulich gab es ein Picknick im
Lalbagh Park und nach Spielen, Rennen und Badminton schmeckten die
selbstgebackenen Pizzas sehr gut. Inzwischen wachsen die Gebäude unserer
Wohngemeinschaft an der Bannerghatta Road und wir sind zuversichtlich, dass wir
die Eröffnung Ende März 99 feiern können.
Wir haben Antragsformulare an Eltern verschickt, die einen Platz für ihre
Kinder suchen, und wir suchen nach zukünftigen Mitarbeitern, die sich an unsere
Arbeit gewöhnen und ein Teil unserer Camphill- inspirierten Gemeinschaft werden
können. Gleichzeitig setzen wir uns mit Leuten in Verbindung, die uns finanziell
unterstützen könnten und unsere Broschüre findet viel Anklang Wir sind tatsächlich
schon weit vorangeschritten. Und da erheben sich Fragen: wie kam es zu all dem?
Wer waren die Menschen hinter dieser Arbeit? Wann und warum begann alles?
Es war im Oktober 1987 als ich in den USA war und mich mit Kumar Mal traf, einem
alten Freund aus unserer Bombay Zeit. Er erzählte über sein Leben in einem
Camphilldorf in Copake, N.Y., einer Wohngemeinschaft mit geistig behinderten
Erwachsenen. Drei Jahre später kam er mit drei Freunden aus Camphill Copake
nach Indien und während ihres Besuches in Bangalore wollten sie ähnliche
Einrichtungen für Behinderte in unserer Stadt besuchen. Es gab nur sehr wenig
das ich ihnen zeigen konnte. Sie luden mich nach Camphill Copake ein und im
Sommer 1992 konnte ich einen Monat dort leben und arbeiten - eine ganz neue und erfüllende
Erfahrung für mich. Als Kumar Ende 1992 wieder nach Bangalore kam,
besprachen wir uns mit Freunden und der Gedanke, eine ähnliche Kommune hier
aufzubauen, schlug Wurzeln.
Am 1. Februar 1993 registrierten unser langjähriger Familienfreund und Geschäftspartner
in unserer Firma, V.R.Kalki Krishna, und ich unseren Trust "Friends of
Camphill India" mit dem Ziel, eine Wohngemeinschaft mit geistig behinderten
Erwachsenen aufzubauen. Wir wählten 7 Mitglieder: R.Ramchandra, Agraringenieur
und Berater bei der UN (im Ruhestand) wurde Vizepraesident;Verena Ravikumar,
eine Schweizer Freundin und Moebeldesignerin, übernahm das Amt der Sekretaerin,
V.R.Kalki Krishna wurde zum Kassenwart gewählt und die weiteren Mitglieder
waren P.N.Narayan Rao (Bankbeamter im Ruhestand), Dr. Sudharkar (pensionierter
Arzt), Kumar Mal (Camphill Copake), Jayapriya Vasudevan (Beraterin für einen
Verlag) und Ann Britto (Erzieherin). Die Verbindung zu den Freunden in Camphill
Copake wurde immer enger und sie kamen immer wieder zu Besuch.
Roswitha Imegwu war 1991 hier und hielt die ersten Vorträge über Camphill Dörfer
vor Gruppen, die mit geistig Behinderten arbeiteten. Penelope Roberts kam
wiederholt und hielt den ersten Workshop über die Camphill Bewegung und Anthroposophie
und förderte uns in der Idee, eine Tagesstätte einzurichten.
Im Sommer 1993 hatte ich noch einmal die Gelegenheit, einen Monat in Copake zu
verbringen und im Januar 1994 eröffneten wir unsere erste Tagesstätte
mit einem jungen indischen Paar als Hauseltern und einer kleinen Gruppe von
Behinderten.
Es schien ein guter Anfang zu sein; es gab vielerlei Aktivitäten und das
Interesse an unser Einrichtung schien zu wachsen, aber dann verließen die
Hauseltern uns wieder; Roswitha und Kumar, die aus Copake kamen um nun bei
uns Hauseltern zu werden, konnten wegen Visaproblemen nur drei Monate bleiben;
die Kosten für das gemietete Haus waren zu hoch und die Eltern unserer
Behinderten hätten eine Wohngemeinschaft vorgezogen und so mussten wir,
schweren Herzens, die Tagesstätte nach 14 Monaten wieder schließen.
Es wurde beschlossen, passendes Land für eine Wohngemeinschaft zu finden und so
begann die lange Suche. Wir sahen unzählige Grundstücke rundum Bangalore aber
keines schien richtig zu sein. Entweder stimmte die Gegend nicht, oder der Preis
war zu hoch, oder die Besitzer wollten dann doch nicht verkaufen, und im
Nachhinein scheint dies eine Zeit der Prüfung gewesen zu sein: Sollten wir
wirklich eine Camphill Gemeinschaft in Bangalore aufbauen? War dies der richtige
Zeitpunkt? Hatten wir genügend Ausdauer, Geduld und Kraft um unsere Pläne zu
verwirklichen?
Inzwischen hatten wir Verbindung aufgenommen mit einem jungen Paar in
Holland, die dort in einer Camphill Gemeinschaft lebten und arbeiteten. Anantha
Aradhya ist aus Shimoga, Karnataka, und seine Frau Francis von Holland. Sie
haben zwei kleine Kinder, Aruna und Padma, und die ganze Familie wollte zurück
nach Indien kommen und hier arbeiten. Das war ein Hoffnungsschimmer! Würden sie
mit uns als zukünftige Hauseltern arbeiten?
Ungefähr zur selben Zeit traf V.R. Kalki Krishna Herrn P.J.Bagilthaya, eine
bekannte Persönlichkeit in Bangalore, Philanthrop und an verschiedenen wohltätigen
Einrichtungen beteiligt. Als dieser von unserer Landsuche hörte, empfahl er
uns, den Arya Jnana Seva Ashram an der Bannerghatta Road anzuschauen, und
sollten wir das Land passend finden, könnten wir einen Teil pachten. Es
brauchte nicht lange und wir fuhren hin und was wir sahen, schien die Erfüllung
unserer Träume: Ein friedliches Gelände, mit einem kleinen Ganesha Tempel,
einige Häuschen in denen rund 20 alte Menschen ihren Lebensabend verbringen und
ein großes Stück freies Land, das darauf wartete, dass es bebaut und mit Leben
gefüllt wird. Unsere Suche war zu Ende.
Nur zu gern nahmen wir Mr. Bagilthayas's Angebot an, fast 2 acres des Landes zu
pachten und obwohl es dann noch einige Verzögerungen gab, konnten wir schließlich
den Segen des Swamis, Oberhaupt des Ashrams, bekommen und unsere Pläne für
die Zukunft machen.
Nun folgten viele Sitzungen mit unserem Architekten, Georg Leuzinger, und
Peter Pavan, seinem Assistenten, die sich der Aufgabe, Pläne für unser
erstes Familienhaus und die Werkstatt zu entwerfen, mit großem Eifer und einem
Auge für die kleinsten Details widmeten und so nahm unsere zukünftige
Wohngemeinschaft konkrete Formen auf dem Papier an.
In der Zwischenzeit war die Aradhya Familie nach Shimoga gezogen und kam öfters
nach Bangalore um mit uns über unser Projekt zu reden. Nachdem sie mehrere
Monate in Indien verbracht hatten, war es für sie klar, dass ihre Zukunft in
Indien liegt, und so flogen sie noch einmal nach Holland um dort ihre
Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Gleichzeitig konnten sie dort ihre
Freunde und Verwandte auf unsere Arbeit aufmerksam machen und sie begannen eine
Spendensammlung, die später von Francis' Vater, Harry van Rijckevorsel, sehr
erfolgreich weitergeführt wurde.
Er startete eine Foerdergruppe der "Friends of Camphill India" in
Holland und durch ihre Spenden wurde der Bau unseres ersten Hauses ermöglicht.
Unsere Freunde in Copake versprachen uns ebenfalls ihre Unterstützung, genau so
wie eine Gruppe in Schottland und eine andere in Deutschland. Und V.R.Kalki
Krishna brachte uns die gute Nachricht, dass sein Lions Club of Someshwarapura
(Bangalore) anlässlich ihres 25 jährigen Bestehens unser Werkstattgebäude
finanzieren werden.
Der winzige Samen der im Februar 1993 gesät wurde, und der so viel geduldige
Pflege gebraucht hatte, begann endlich zu sprießen.
Am Sonntag, 19.April 1998, feierten wir den Bhomi Puja auf unserem Land: die
Bauwerkzeuge wurden gesegnet und der erste Spatenstich getan; eine farbenfrohe
Zeremonie im Kreise von vielen Freunden, die alle in irgendeiner Weise mit
unserer Arbeit zu tun hatten. Danach wurde sofort mit dem Bau unseres ersten
Hauses und der Werkstatt begonnen und der schnelle Fortschritt ist unserem
Bauleiter, A. Sukumar, zuzuschreiben, dessen Interesse sich nicht auf den Bau
allein beschränkt, sondern der auch das zukünftige Wachstum unserer
Gemeinschaft begleiten möchte.
Er nahm gerne unsere Einladung an, Mitglied unseres Trust zu werden, zusammen
mit Dr. C.D.Sasi Kumar, einem Arzt im Ruhestand und B.R.Madhava Rao, einem
pensionierten Flugzeug Ingenieur.
Die Arbeit geht auch auf anderen Ebenen weiter.
Wir haben Formulare an Eltern von behinderten Personen verschickt, die nach
einem Platz in einer Wohngemeinschaft für ihre Söhne oder Töchter suchen und
wir versuchen, Leute zu finden, die an unserer Arbeit interessiert sind und als
Mitarbeiter zu uns kommen wollen. Gleichzeitig intensivieren wir unsere
Spendsammlung durch persönliche Kontakte mit Firmen rund um Bangalore und
hoffen auf gute Ergebnisse.
Im Jahre 1939 wurde die erste Camphill Gemeinschaft von Dr. Karl Koenig in
Aberdeen, Schottland, ins Leben gerufen. Wir freuen uns auf die Eröffnung
unserer Gemeinschaft in Bangalore, sechzig Jahre später, im März 1999.
Im Namen der Friends of Camphill India wünsche ich Ihnen ein gesegnetes
Weihnachten und ein friedliches Neujahr.
Ursula Chowdhury
Newsletter 3 [Anfang]
Liebe Freunde.
Grüße von den Friends of Camphill India in Bangalore!
Wenn wir auf die vergangenen sechs Monate zurückblicken, dann können wir
sagen, dass wir Fortschritte gemacht und Ziele erreicht haben. Dass sich
Einiges getan hat. Unser erstes Haus und die Werkstatt wurden langsam fertig und
während der vielen Besuche dort wurde so manches besprochen: Die Farben für
Wände und Böden, die Einbauschränke, die Planung der Küche, ein Solar System
für die Heißwasseraufbereitung, der Bau eines Wasserturms, um die
Wasserversorgung zu sichern, und die Bohrung eines Tiefbrunnens: Fast 60 Meter
tief.
Das Wasser ist rein und schmeckt köstlich. Am Ende unseres Grundstücks wurde
ein Teich gegraben und die Erde benützt um den Bereich vor den Gebäuden zu
ebnen.
Um die großen Entfernungen leichter zu bewältigen, kauften wir über einen
Bekannten einen gebrauchten Jeep.
Unsere "Trustees" und die Action Group trafen sich regelmäßig und in
der Tagesstätte herrschte reges Leben.
Interviews wurden abgehalten mit Eltern, die einen Platz für ihre Kinder in
unserer Wohngemeinschaft suchten, und wir fanden vier junge Männer die als zukünftige
Mitarbeiter zu uns kamen.
Francis und Ursula machten viele Einkauftrips in die Stadt, um alle die Dinge
zusammenzusuchen, die für einen großen Haushalt gebraucht werden: Stühle, Matratzen
und Kissen, Bettwäsche, Handtücher, Kochtöpfe, Teller und Tassen und viele,
viele Meter Stoff, die dann zu Vorhängen vernäht wurden. Die Betten und Tische
wurden am Bauplatz geschreinert.
Ende Februar begannen die Vorbereitungen für unsere Eröffnung.
Anantha machte in der Tagesstätte mit unseren Behinderten das Papier für die
Einladungskarten in einem wunderschönen gelben Farbton, während die anderen
das Programm für den Tag planten und eine Liste aller Gäste zusammenstellten.
Shalu's Vater, Mr. Kumar, übernahm das Drucken der Einladungen und bald wurden
sie verschickt.
Anantha und seine vier Mitarbeiter zogen eine Woche vor der Eröffnung hinaus in
unsere Gebäude um das Haus für das Fest vorzubereiten und den ersten Gemüsegarten
anzulegen.
Am 28. März versammelte sich die Gruppe von Besuchern: Rudolf Bitter von
Christophorus, einer Camphill Gemeinschaft in Holland; Penelope Roberts und
Roswitha Imegwu von Camphill Copake (USA), unser Ehrengast S. Venkatesh mit
Vasanth Deshpande aus Pune und unsere lieben Freundinnen Angelika Mandaiker und
S. Padmavathi aus Chennai.
Zusammen mit einigen guten Freunden von hier trafen wir uns morgens in unserem
neuen Haus zur Grundsteinlegung.
Der Grundstein war ein kostbares Geschenk von unseren Freunden in Holland, ein
Pentagondodekaeder aus Kupfer. Wir sangen "unser " Lied, ein Gedicht
aus unserer Broschüre, das von Tine Bruinsma und ihren Kolleginnen in Hyderabad
vertont wurde: "Not all who wander are lost" (nicht alle, die
umherirren, sind verloren).
Adrian, einer unserer zukünftigen Hausbewohner, rezitierte einen keltischen
Haussegen und Anantha sprach ein Gebet in Kannada, unserer Landessprache.
Francis erklärte die Zeremonie und ihre Bedeutung und Penelope sprach die Worte
der Grundstein Meditation.
Eine Schriftrolle mit den Gebeten und allen unseren Namen wurde, zusammen mit
Kristallen, in den Grundstein gelegt und dieser dann im Boden des Puja Raums von
unserem Architekten, Georg Leuzinger, und Shirley Abraham, einer unserer
Behinderten, versenkt.
Nach einem guten Mittagessen, bei dem sich Besucher und Mitarbeiter in
unserer Werkstatt trafen, waren wir bereit, die vielen Gäste für das weitere
Programm zu empfangen.
Zufällig befanden sich noch mehr ausländische Camphiller in der Stadt, die
zusammen mit vielen Freunden aus Bangalore und ihren Familien diesen Tag mit uns
feierten. Bald waren die 150 Stühle, die unter einer Shamiana (Zelt)
aufgestellt waren, besetzt.
Das Haus war festlich geschmückt mit bunten Bändern, über zweihundert Rosen
(ein Geschenk von holländischen Freunden), Girlanden aus Mangoblättern und
einem wunderschönen Rangoli.
Eine der älteren Frauen aus dem Seniorenheim neben uns zündete die Öllampe an
und nachdem wir "unser" Lied gesungen hatten, konnte Ursula, die
Vorsitzende unseres Trusts, die Besucher willkommen heißen. Danach erzählte
sie zusammen mit Francis, über die Entwicklung unserer Kommune vom Beginn bis
zum heutigen Tag.
Die Freunde, deren Namen erwähnt wurden, waren eingeladen sich vorne auf
die Treppe zu setzen und später wurde die große Gruppe fotografiert. Dann
stellte Roswitha Imegwu unseren Ehrengast vor.
S. Venkatesh war vor vier Jahren in unserer ersten Tagesstätte, und nachdem
seine Mutter unerwartet starb, kam er ganz zu uns. Inzwischen lebt er in Sadhana
Village in Pune und wir waren glücklich, dass er zu diesem Anlass bei uns sein
konnte.
Nach einer kurzen und besinnlichen Ansprache, enthüllte Venkatesh die Namen
unseres Hauses und der Werkstatt und das rote Band, das quer durch die Einganstüre
gespannt war, wurde durchschnitten. Unser erstes Haus heißt ANTARANGA
(Sanskrit für Innerer Weg, das Herz, das Innere) und unsere Werkstatt, die in
der Form eines Fünfecks gebaut ist, bekam den Namen PANCHANGA ( die fünf
Elemente, Teile).
Jetzt wurden die Türen geöffnet und unsere Besucher konnten sich in den Gebäuden
umschauen, sich bei Kuchen und kühlen Getränken erfrischen und einer Gruppe
von jungen Leuten zuschauen, die einen Volkstanz aus Gujerat vorführte. Im
weiteren Verlauf des Programms hielt Penelope Roberts einen kurzen Vortrag, wir
konnten Grüße und Glückwünsche entgegennehmen und schließlich endeten
wir mit einem herzlichen "Dankeschön" an alle, die diesen Tag mit uns
begangen hatten.
Am nächsten Morgen versammelte sich eine kleinere Gruppe noch einmal in der
Halle unseres Hauses und einer der älteren Herren des Seniorenheims zelebrierte
einen Puja (hinduistische Handlung) mit Gebeten und Opfergaben vor
hinduistischen Götterbildern und dem Christusbild und weihte das Haus Antaranga
für seine zukünftige Aufgabe.
Am nächsten Tag reisten die Gäste aus Chennai und Pune wieder ab und wir
konnten noch eine entspannte Woche mit den Freunden aus dem Ausland verbringen.
Der Lalbagh Park wurde besucht, Einkäufe gemacht und die Abende vergingen mit
langen Gesprächen und am Samstag gab es ein festliches Mahl und wir hielten
einen "Bibelabend" ab, in der Tradition der westlichen
Camphillgemeinschaften. Am nächsten Tag war Ostern und Aruna und Padma suchten
eifrig nach Ostereiern und füllten ihre Körbchen.
Kurz danach verließen uns unsere Freunde und für uns begann der Alltag wieder.
Anantha und Francis mit ihren Kindern fuhren für ein paar Tage nach Shimoga und
nach ihrer Rückkehr begann das Packen.
Am 26. April zogen sie nach Antaranga, ihrem zukünftigen Heim. Das Haus war
noch lange nicht fertig und es begann eine schwierige Zeit ohne Wasser, häufigen
Stromausfällen, einer behelfsmäßigen Küche in einem der Schlafzimmer und den
ersten schweren Regen und Stuermen des Monsuns, während die Bauarbeiter noch
dauernd aus- und eingingen.
Es brauchte Geduld und eine ganze Menge Humor, aber langsam wurde das Haus
behaglich nachdem ein Zimmer nach dem anderen fertiggestellt, geschmückt und
mit Leben gefüllt wurde.
Inzwischen haben wir viel Wasser, unserer eigener Stromanschluss sollte in Kürze
gemacht werden und hoffentlich bekommen wir auch bald unser eigenes Telefon. Der
Weg, der zum Haus führt, ist fast fertig und im Garten wachsen die ersten Gemüse,
die eine Bereicherung der täglichen Mahlzeiten sind, da das Angebot auf dem
Wochenmarkt im nahegelegenen Bannerghatta nicht sehr groß ist.
Während des Monsuns wollen wir Obstbäume und eine lange Reihe Kokospalmen
pflanzen und natürlich viele Blumen. Die Setzlinge sind ein Geschenk von
Gururaj Pagad, dem wir ganz herzlich danken.
Inzwischen ist es Juli und Antaranga ist Heimat für 15 Menschen geworden.
Shirley, Shalu, Susan, Doyita, Sanjay und Ragavendra sind unsere behinderten
Freunde; und unsere Mitarbeiter sind: Saji, Das, Helen, Caroline und die Aradhya
Familie: Francis und Anantha mit ihren Kindern Aruna, Padma und Baby Uma, die am
20. Juni geboren wurde. Mutter und Tochter geht es sehr gut! Tag um Tag arbeiten
wir daran, diese Gruppe von Menschen miteinander zu verbinden und ein Gefühl
der Zugehörigkeit zu schaffen. Dies geschieht vor allem durch gemeinsames
Arbeiten. - Kochen, Saubermachen, die Wäsche erledigen und Gartenarbeit sind im
Moment unserer Hauptbeschäftigung.
Wenn wir alle zusammensitzen (beim morgendlichen Gebet, während der Mahlzeiten
oder bei den Teepausen) herrscht eine fröhliche Stimmung, es gibt viel Raum für
den Austausch von persönlichen Interessen und es fehlt nicht an Humor. Es ist
einfach herrlich, Gelächter durchs Haus klingen zu hören und Susan, Sanjay und
Ragavendra sind manchmal richtige Clowns.
Es sieht so aus, als wenn sich alle recht schnell eingewöhnt hätten und wenn
auch Sanjay versucht "Nachtwächter" zu spielen, Susan morgens einfach
nicht aus dem Bett will und Shalu die gemeinsame Arbeit gelegentlich ablehnt,
zeigen doch alle eine große Bereitschaft dazuzugehören und ein Teil des Lebens
in Antaranga zu werden.
Ein großes Kompliment muss Anantha und Saji gemacht werden; die beiden haben
seit März hart gearbeitet, um das Haus durch die ersten schwierigen Monate zu
bringen.
So langsam haben wir genügend Arbeitskräfte: Das, ein erfahrener Mitarbeiter,
ist seit dem 1. Juli bei uns; Caroline aus Holland ist für zwei Monate hier;
Helen Lorimer, eine junge Engländerin mit Camphillerfahrung kam am 7. Juli und
will mindestens sechs Monate bei uns bleiben und in Kürze kommt ein junger
Deutscher, Ulrich Gams, der seinen 15monatigen Zivildienst bei uns absolvieren
wird.
Zwischendurch hatten wir spontane Hilfe von Steve (Sohn von Ann Britto), Verena
(Volontaerin aus Deutschland) und Ottla (Freundin der Aradhyas aus Holland). Sie
haben uns wieder verlassen und wir danken ihnen für ihre Hilfe.
In der nächsten Zeit wollen wir uns mehr oder weniger auf dieselben Bereiche
konzentrieren wie in den vergangenen Monaten: Den Rhythmus innerhalb des Hauses
aufzubauen und bedeutungsvolle Tätigkeiten für alle innerhalb der Gemeinschaft
zu finden.
Panchanga, unser Werkstattgebäude, wird bis Ende des Monats fertiggestellt und
als erstes wollen wir eine Töpferei einrichten. Kerzen- und Papierherstellung
werden folgen und nachdem uns die Eltern von Susan, Mrs. und Mr. Modayil Philip,
einen Webstuhl geschenkt haben, hoffen wir, so langsam auch mit Weben beginnen
zu können.
Seit wir in Antaranga eingezogen sind, konnten wir intensive und bereichernde
Erfahrungen machen und wir wollen nicht bei den Schwierigkeiten verweilen, denen
wir als Pioniere gegenüberstanden.
Aruna's Ausspruch half uns über viele Hindernisse und unerwartete Verzögerungen
hinweg. Er sagte einmal: "Gott will nur sehen, ob wir stark genug
sind"! Und das ist wirklich wahr, denn wir sind alle dankbar und zufrieden,
dass es uns erlaubt ist in Antaranga zu leben und wir die Möglichkeit haben,
hier zu wachsen. Wir hatten schon viele Besucher und wir freuen uns über jeden
weiteren Besuch.
Nun hoffen wir, dass wir bald einen Anschluss an das Ashram Telefon bekommen.
Herzliche Grüße an alle von den Bewohnern des Hauses Antaranga!
Newsletter 4 [Anfang]
Liebe Freunde.
Die Bewohner von Antaranga senden wieder Grüße aus Bangalore.
Unser vierter Newsletter hat sich etwas verspätet. Bei der vielseitigen Arbeit
in unserer Wohngemeinschaft bleibt wenig freie Zeit um hinzusitzen und über das
Vergangene nachzudenken; wir leben so sehr im Hier und Jetzt und jeder Tag ist
eine neue Herausforderung. Und doch wurde uns gerade in den letzten Tagen, anlässlich
unseres ersten "Geburtstages" , so richtig bewusst wie weit wir
gekommen sind. Es ist fast nicht zu glauben, dass schon ein Jahr vergangen ist,
seit wir die ersten Schritte in unser erstes Haus getan haben.
Unsere Gemeinschaft wächst mit jedem Tag und die Zahl unserer Behinderten hat
sich vergrößert. Javeria, eine junge Muslimin ist jetzt bei uns und Babu,
Rajendra und Unnikrishnan sind zu den Männern dazugekommen. Insgesamt haben wir
nun neun Behinderte und bei der großen Nachfrage wird unser Haus bald voll
besetzt sein. Wir haben viel Glück mit unserer Mitarbeitergruppe. Das und Saji
aus Indien, Helen und Rahel aus England und Ulrich aus Deutschland, konnten mit
Francis und Anantha einen guten Lebensrhythmus aufbauen; es wird zusammen
gearbeitet, zusammen gefeiert und zusammen an kulturellen Veranstaltungen
teilgenommen. Natürlich gibt es ab und zu innere Krisen zu bewältigen, aber im
Ganzen gesehen können wir mit dem Wachstum im ersten Jahr sehr zufrieden sein.
Es gab viel zu feiern in den letzten Monaten und es war von besonderer
Bedeutung für uns, dass das erste große Fest eine Taufe war. Das dritte Kind
von Francis und Anantha, Uma Michalja, wurde am 30. Juli 1999 von Anand
Mandaiker getauft, einem Pfarrer der Christengemeinschaft Basel, der mit einer
Gruppe Schülern aus der Schweiz und Deutschland in Indien reiste und an diesem
Tag unsere Wohngemeinschaft besuchte.
Viele hinduistische und christliche Feste wurden innerhalb der Wohngemeinschaft
gefeiert, und unsere Nachbarn, die Senioren des Ashrams, werden immer
miteinbezogen. Am Weihnachtsabend versammelte sich eine große Anzahl Eltern und
Freunde um das Weihnachtsspiel zu sehen, bei dem alle unsere Hausbewohner
mitwirkten. Viel Vorbereitung und Proben ging dieser Aufführung voraus und die
strahlenden Augen unserer Schauspieler zeigten so deutlich, wie stolz sie
auf ihre Rollen waren.
Ende Februar 2000 hielten wir einen fünftägigen Workshop über Camphill Leben,
Sozial Therapie und "die vier Temperamente". Dr. Nick Blitz und seine
Frau Anne (beide von Camphill, Irland) und Angelika Monteux (Camphill Schotland)
waren zu diesem Anlass bei uns und hielten Vorträge, leiteten Diskussionen und
beantworteten viele Fragen. Die Tage begannen mit Yoga und einige der Themen
wurden durch Eurythmie und Malen zum Ausdruck gebracht. Dieser Workshop war
besonders für unsere Mitarbeiter sehr wertvoll, denn die Camphillidee ist noch
relativ neu für sie, und auch die vielen Eltern, die teilnahmen, konnten
dadurch einen besseren Einblick in unsere Arbeit gewinnen. Wir hoffen, dass wir
weiterhin ähnliche Workshops abhalten können. Am letzten Tag kamen noch Aban
und Dilnawaz Bana aus Bombay dazu, und ein Besucher aus der Schweiz, Johannes
Glenk, der uns eine besondere Art der Massage zeigte.
Am 28. März konnten wir den ersten Jahrestag unserer Wohngemeinschaft feiern.
Viele Eltern, Geschwister und Freunde waren versammelt; Susan hieß die Gäste
willkommen, Shirley rezitierte unseren Haussegen nachdem Rajendra die Öllampe angezündet
hatte, und dann wurden einige Teilnehmer gebeten, ein paar Worte zu diesem
Anlass zu sagen. Helen sprach über ihre Erfahrung als Mitarbeiterin und die
Herausforderung, in der Pionierzeit unserer Gemeinschaft mitzuwirken. Sarojini,
eine der älteren Frauen des Seniorenheims, die bei vielen unserer Aktivitäten
mitmacht, erwähnte die herzliche Beziehung zwischen uns als Nachbarn; Joe
Fernandez, Vater von Doyita, brachte seine Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck über
die erstaunliche Besserung, die er in seiner Tochter beobachtet, und Ursula, als
Vertreterin des Trusts, sprach über den schönen Fortschritt innerhalb der
Gemeinschaft in dieser kurzen Zeitspanne und bat die Eltern, bei unserer
Spendensammlung mitzuwirken, damit die finanzielle Zukunft von Antaranga
gesichert ist. Danach lud uns Francis ein, den neugebauten Weg um die
Werkstatt, den Anantha und seine Gruppe in den letzten Wochen angelegt hatten,
zu begehen und dann führten unsere Bewohner einen Volkstanz vor, den sie unter
der Leitung von Sindhu, einer Tanzlehrerin, in den letzten Wochen einstudiert
hatten. Das Fest endete in der traditionellen Antaranga Weise mit
vielerlei Kuchen und kühlen Getränken. Die Arbeit in unseren Werkstätten wird
vielseitiger. Vor Weihnachten stellten Das und Babu viele Kerzen her, die dann
bei einem Bazar in einem Laden hier in der Stadt verkauft wurden. Helen hat zwei
weitere kleine Webstühle und viel farbiges Garn gekauft und nun wird fleißig
gewoben. Die ersten kleinen Vorleger gingen nach Holland wo sie von Peter
Visser, einem holländischen Volontär, der einen Monat bei uns
verbrachte, verkauft wurden. Saji macht mit einer anderen Gruppe Tonarbeiten und
hat auch einen kleinen Brennofen gebaut. Die ersten Erzeugnisse wurden zusammen
mit weiteren Webarbeiten während unseres Jahrestages verkauft. Die Gartenarbeit
steht natürlich weiterhin an erster Stelle; unsere Obstbäumchen wachsen
langsam in die Höhe und das tägliche Giessen ist jetzt während der heißen
Sommertage eine harte Arbeit. Peter Proctor, Berater für bio-dynamische
Landwirtschaft in New Zealand, besuchte uns im Winter und half uns, den ersten bio-dynamischen
Komposthaufen anzulegen. In den letzten Monaten kamen immer wieder Besucher aus
dem Ausland. Manche verbringen ein paar Tage bei uns, andere nur ein paar
Stunden und wir freuen uns immer wenn wir ihre positiven Kommentare hören.
Franz Jozef van Nispen und Roderic Gradenwitz, Familienfreunde der Aradhyas,
waren aus Holland hier und auch die Eltern von Francis, Harry und Paula van
Rijckevorsel und Bruder Paul mit seinem Sohn Guido.
Immer wieder bekommen wir Unterstützung von verschiedenen Seiten und das sehr
oft in konkreter Form: Dr. Nick Blitz brachte uns ein großes Paket an
Medikamenten aus England - ein Geschenk von Weleda. Unsere Freunde in Holland unterstützen
uns weiterhin mit sehr großzügigen Geldgeschenken und weitere Spenden kamen
von Freunden in Schottland, Deutschland, der Schweiz und den USA. Gönner in
Deutschland haben eine "web Site" für uns eingerichtet (www.friends-of-camphill-india.de)
und ein Besucher, dem unsere schwer arbeitenden Gärtner leid taten, kam das nächste
mal mit einem Schubkarren zurück. Diese großzügigen Gesten sind für uns eine
stete Ermutigung und wir sind all unseren Spendern sehr dankbar.
Jetzt hat das zweite Jahr für uns begonnen und wir blicken mit Zuversicht
voraus. Wir hoffen, dass unser Haus bald drei weitere Behinderte aufnehmen kann
und wir bereiten uns darauf vor, eine neue Gruppe von ausländischen
Mitarbeitern zu empfangen. Bald geht der Aufenthalt von Helen, Rahel und Ulrich
zu Ende und wir müssen sie verabschieden. Wir sind ihnen dankbar für ihren
vielseitigen Beitrag zu unserer Wohngemeinschaft und wünschen ihnen alles Gute für
ihre Zukunft. Gleichzeitig sind wir froh, dass unsere indischen Mitarbeiter
weiterhin bei uns bleiben werden.
Gleich nach Ostern wird der ganze Antaranga Haushalt eine Woche Ferien machen.
Die Eltern von Susan, Herr und Frau Philips, haben uns alle nach Conoor in den
Nilgiris eingeladen. Danach beginnen die Sommerferien für alle, und wir werden
Zeit haben, frische Kräfte zu sammeln und uns auf das neue Jahr vorzubereiten.
Alle Bewohner von Antaranga wünschen ihnen ein fröhliches Osterfest!
Newsletter 5 [Anfang]
Liebe Freunde.
Das Kalenderjahr geht seinem Ende zu. Wir haben mit den Vorbereitungen für
unser Weihnachtsspiel begonnen und erwarten viele Gäste zu unserer
Weihnachtsfeier. Dieses Jahr wird Rachel die Maria spielen, eine 30jaehrige
junge Frau mit Downsyndrom, die erst vor kurzem zu uns kam. Da sie weder hören
noch sprechen kann, haben die Proben eine ganz besonders intensive Stimmung. Wir
hoffen, dass Rachel eine schöne Maria sein wird.
In unserem Haus leben nun sechs Frauen mit Behinderungen: Shalu, Susan, Shirly,
Doyita, Javeria und Rachel und drei weitere stehen auf der Warteliste. Bei
den Männern sind Raghavendra, Unnikrishna, Rajendra und Sathya, 24 jährig, der
seit einem Monat bei uns lebt. Unsere Mitarbeiter sind gleichgeblieben: Saji,
Dass, Mary, Francis und Anantha (und natürlich die Kinder Arun, Padma und Uma).
Wir haben neue Voluntaere: Florian und Benjamin aus Deutschland, die bei uns
ihren 13 monatigen Zivildienst machen, und dazu Christine und Daniela aus
Deutschland und Sarah aus Belgien, die drei Monate bei uns mitarbeiten. Und dann
dürfen wir Ladu aus Goa nicht vergessen, der uns für 5 Monate seine Dienste
angeboten hat.
Das Gebet meiner Eltern wurde erhört - von Sumesh Wadhera, Bruder von Shalu
Meine Verbindung zu den Menschen in Camphill India ist fast fünf Jahre alt,
aber erst in den letzten 18 Monaten bin ich ihnen näher gekommen und habe sie
besser kennen gelernt. Das war zu dem Zeitpunkt als sie in ihr neues Gebäude an
der Bannerghatta Road gezogen sind. Während meiner Besuche dort habe ich
entdeckt, wie die Menschen in Camphill als Großfamilie leben, so verbunden
miteinander, so normal, so zuversichtlich und fröhlich. Ich denke, das
verdanken wir dem hingebungsvollen Team von Mitarbeitern, das in so kurzer Zeit
diese Wohngemeinschaft aus dem Nichts aufgebaut hat. Die Behinderten werden mit
so viel Liebe und Verständnis umgeben und ich war besonders beeindruckt von der
Sauberkeit im ganzen Haus. Meine Schwester Shalu war eine der ersten, die
dorthin zog und ich muss zugeben, die Besserung und Veränderung in ihrem Wesen
ist etwas Unglaubliches. In den letzten zwei Jahren ist sie eine andere Person
geworden. Sie ist jetzt ein viel fröhlicheres, zufriedeneres und
zuversichtlicheres Mädchen. Meine Eltern, die sich Sorgen um Shalu's
Zukunft machten, haben das Gefühl, dass ihr Gebet erhört worden ist. Jetzt
kommt Shalu in den Ferien heim, erzählt uns wie sie alleine schläft, wie sie
ihre Sachen selbst versorgt, wie sie Yoga mitmacht und wie sie mit allen in
Camphill auskommt. Besonders wichtig empfinden wir, dass sie nun viel besser
begreift und wir ihr Dinge besser verständlich machen können. Wenn sie zu
hause ist, dann redet sie von Francis, Paddi, Dass und Shirly und nach einer
Woche Ferien freut sie sich, wieder zu ihrem wahren Heim zurückzugehen. Meine
Schwester Shika und mein Schwager Nayan sind ebenfalls sehr beeindruckt von den
Menschen in Camphill India. Meine Eltern und ich sind Camphill wirklich dankbar
und wir beten, dass ihnen noch lange die Kraft und Ausdauer gegeben werde, ihre
Arbeit fortzusetzen. Ich wünsche mir, dass Shalu immer froh und lachend sein
kann.
Zivildienst im Ausland - von Florian und Benjamin
Zuerst möchten wir sagen, dass wir glücklich sind über unsere Entscheidung,
unseren Zivildienst hier zu absolvieren. Da wir in Deutschland nicht zum Militär
gehen wollten, sind wir nun hier als Mitarbeiter für 13 Monate. Wir
machen vor allem Gartenarbeit und es macht Spaß, Bananen, Erdnüsse und
Erdbeeren anzupflanzen. Die Gesellschaft der behinderten Freunde gibt uns die Möglichkeit,
neue Erfahrungen zu sammeln und unseren Horizont zu erweitern. In dieser netten
Umgebung werden wir die 13 Monate bestimmt gut verbringen. Was uns besonders gefällt,
ist in dieser heimischen Atmosphäre zu leben, anstatt in einer großen
Institution wo man sehr allein wäre. Und wir sind auch gerne in einer jungen
Gemeinschaft, wo wir mithelfen können, für die Zukunft zu bauen.
Panchanga - von Saji, unserem Mitarbeiter in der Töpferei
Panchanga ist der Name unseres Werkstattgebäudes, das eine wichtige Rolle in
unserem Leben spielt. Es gibt vier Räume die Anila, Agni, Jala und Pruthvi heißen.
In diesen Räumen gibt es eine Papierwerkstatt, es werden Kerzen gemacht, es
wird gewoben und getöpfert. Wir arbeiten nicht so schnell. Manchmal brauchen
wir eine Woche für eine kleine Matte, oder zwei Tage um ein Stück Papier in
kleine Stücke zu zerreißen oder zwei Tage um einen Kerzenständer zu töpfern.
Aber wir freuen uns über diesen Lernprozess. Für den einen ist die
Unterhaltung und der Spaß wichtiger, für den anderen ist das der wahre
Arbeitsgang. Dies ist ein lebhafter Ort und es gibt immer viel zu tun. Es ist
wichtig für uns, dass unsere behinderten Freunde mit der einen oder anderen
Arbeit beschäftigt sind. So dass sie wissen, dass sie etwas Sinnvolles in der
Gruppe machen und dass sie darauf stolz sein können. Einmal in sechs Wochen
versammeln wir uns alle und zeigen die Dinge, die wir produziert haben. Es ist schön,
die Freude eines jedes zu sehen, wenn die Arbeiten angeschaut und besprochen
werden und sie Anerkennung dafür bekommen. Ich kann nicht behaupten, dass nur
wir Mitarbeiter für die Fortschritte, die unsere Behinderten machen,
verantwortlich sind. Sie selbst wollen sich verbessern! Und das inspiriert uns,
zusammen zu arbeiten und mit jedem Tag mehr zu leisten.
Grüße von Susan
Hallo, Freunde!
Mein Name ist Susan Philip. Ich bin 33 Jahre alt. Ich koche, webe, arbeite im
Garten, putze, mache Yoga, Drama und Singen. Ich habe viele Freunde hier, vor
allem Anantha. Mein Leben hier gefällt mir. Manchmal gehe ich nach Domlur zu
den Eltern von Shirly. Was soll ich sonst noch schreiben? Ich weiß nichts mehr
und so grüße ich euch und wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest.
Susan
Zum Abschluss dieses Newsletters hier noch einige Ankündigungen und
Erinnerungen:
*Im April 2000 machte das ganze Haus Ferien in Connor. Dank an Mrs. und Mr.
Philip, Eltern von Susan, die dies möglich machten. Wir hatten eine herrliche
Zeit dort.
*Am 2. Juli 2000 hatten wir unser jährliches Eltern/Geschwister Treffen. Die
Eltern sprachen über das veränderte Leben zu hause ohne ihre Söhne oder Töchter.
Es wurde beschlossen, eine Spendensammlung zu starten und anlässlich unseres
zweiten Jahrestages im März 2001 eine Broschüre herauszugeben, zu der die
Eltern Anzeigen beitragen werden. Ein Elternteil schlug vor, die monatlichen Beiträge
af Rs. 2750.-- zu erhöhen und dies wurde akzeptiert, soweit es für die
anderen Eltern finanziell möglich ist.
*Wir hatten wieder Besuch von den Eltern von Francis. Harrie, der Vater, baute
eine Doppelschaukel vor dem Haus auf, die jetzt von Jung und Alt benützt wird,
und überall wurden neue Regale angebracht. Noch einmal herzlichen Dank!
*Peter Proctor und seine Frau Rachel besuchten uns wieder und halfen uns mit
bd-Preparationen im Garten. Die Gartengestaltung geht weiter; die Obstbäume
gedeihen, die ersten Bananen reifen und wir haben schon Bohnen, Kohlrabi,
Karotten, Rote Beete und Chillies aus eigenem Anbau gegessen.
*Einige großzügigen Spenden machten es möglich, dass wir einen neuen Gasherd,
noch eine Waschmaschine und einen gebrauchten Kühlschrank kaufen konnten und
unser Jeep bekam Reifen und einen neuen Anstrich. Wir danken allen Spendern!
*Im Februar 2001 werden wir unseren zweiten Workshop über Sozial Therapie
abhalten. Wir werden uns mit diesen Fragen beschäftigen: Wie kann eine Großfamilie
mit Behinderten auf geistiger, therapeutischer, künstlerischer und
wirtschaftlicher Ebene geführt werden?
*Gute Neuigkeit: Ursula wird nach sechs Monaten Urlaub bald wieder hier sein.
Wir freuen uns!
Liebe Freunde, wir denken in Freundschaft und Dankbarkeit an Sie und wünschen
Ihnen gesegnete Weihnachten und ein erfülltes Jahr 2001.
Mit freundlichen Grüßen
Francis Aradhya
im Namen von Friends of Camphill India
Newsletter 6
[Anfang]
Liebe Freunde.
Ein Newsletter wie dieser kann niemals alles vermitteln, was sich in unserer
Wohngemeinschaft während der letzten sechs Monate getan hat. Ich werde jedoch
versuchen, einen Eindruck der wichtigsten Ereignisse zu geben.
Was uns alle sehr bewegt hat, war der unerwartete Tod unseres Freundes Raju, der
18 Monate bei uns lebte. Mehr darüber etwas später.
Im Januar 2001 hatten wir mehrere behinderte Männer zu einer Probewoche bei uns
und schließlich beschlossen wir, Narahari (42 Jahre alt) und Shankar (31 Jahre
alt) in unsere Wohngemeinschaft aufzunehmen und mit ihnen das letzte Zimmer auf
der Seite der Männer zu füllen. Nun war unser Haus mit 12 behinderten Männern
und Frauen voll besetzt.
Narahari wurde ohne Gehör geboren, konnte nicht sprechen und durch eine Anzahl unglücklicher
Vorfälle begann er auch sein Augenlicht zu verlieren. Trotzdem sucht er sich
tapfer seinen Weg und mit seinem geringen Sehvermögen lernt er zu weben und töpfern
und hilft die tägliche Wäsche zu falten. Er hat sich inzwischen sehr gut
eingelebt.
Shankar kommt aus Mysore und obwohl er recht klug ist, vermittelte er uns gleich
bei der Ankunft diese Botschaft: Gott hatte ihm zwei Hände gegeben; die eine
zum Essen und die anderen um seinen Po zu putzen und zu keinen anderen Tätigkeiten!
Shankar wurde zwar im Januar angenommen, kam dann aber erst im Juni zu uns und
nach seinem ersten Probemonat stellen wir fest, dass er ein lustiger Bursche
ist. Er ist recht sprachgewandt und hat nun auch schon gelernt, dass er beide Hände
zu allen möglichen Arbeiten benutzen kann.
Am 3. Februar 2001 hatten wir 60 japanische Besucher. Die Gruppe kam zu einem
Yogakurs nach BANG ALORE und unser Yogalehrer, Murai, brachte sie zu uns. Es war
ein kulturelles Erlebnis mit einer indischen Tanzvorführung von unserer Seite
und japanischen Liedern von Seiten der Gäste. Mit ihren vielen Kameras und Videogeräten
waren sie ein ungewohntes Bild für uns, sie stellten jedoch viele interessierte
Fragen, gaben uns großzügige Spenden und kauften fast alle Produkte aus
unserer Werkstatt.
Anfang Februar besuchte uns Frau Vidhya Murthy, eine Sprachtherapeutin. Sie
machte Tests mit unseren hör- und sprechbehinderten Leuten und gab uns gute Ratschläge.
Zu unserer Überraschung beginnt nun Sathya, der zwar gut hören aber nicht sprechen
kann, Laute von sich zu geben und einfache Worte zu wiederholen.
Vom 21. bis 28. Februar 2001 hielten wir wieder unseren jährlichen Workshop in
Sozial Therapie ab. Penelope Roberts von Camphill Copake, Frans Jozef van Nispen
aus Holland, Aban und Dilnawaz Bana von Mumbai und Murai Nobuyoshi arbeiteten
mit uns und ohne in die Einzelheiten des Workshops zu gehen, können wir sagen,
dass es vor allem für unsere Mitarbeiter eine sehr positive Erfahrung war, mehr
über das Leben und Wirken in der Gemeinschaft durch sozial therapeutische
Methoden zu lernen. Wir stellten fest, dass die intensive Arbeit während dieser
Zeit ganz besonders Shirly viel geholfen hat.
Kurz danach besuchten uns Peter Proctor und Rachel. Der Garten bekam wieder
bio-dynamische Präparate und unsere Gärtner gute Ratschläge.
Im März 2001 wurde unsere Wohngemeinschaft 2 Jahre alt. Obwohl wir die
Feierlichkeiten einfach gehalten haben, war es ein schönes und festliches
Ereignis und unsere Gäste, Roswitha Imegwu und Kumar Mal von Camphill Copake (Mitbegründer
unseres Trusts) und Margret Shillan (eine enge Freundin der Aradhyas), machten
diesen Tag noch spezieller. Zu diesem Anlass wurde auch unsere Camphill Broschüre
verteilt, die sehr professionell und künstlerisch gestaltet war und uns auch
einiges an Geld einbrachte. Wir danken Shashi und Sumes Wadhera von Triple Ess
Advertising und allen Eltern und Freunden für ihre Unterstützung und hoffen,
dass wir diese Spendenaktion im nächsten Jahr wiederholen können.
Dann begannen die Sommerferien und die Aradhya Familie flog für 2 Monate nach
Holland um Urlaub zu machen und Spenden zu sammeln. Ein besonderes Ereignis während
dieser Zeit war der 40ste Hochzeitstag ihrer Eltern.
Francis nahm an einem eindrucksvollen Workshop für “Hausmuetter” in
Aberdeen, Schottland, teil und am 12. Mai fand in der Heimatstadt von Francis’
Eltern ein “Indientag” statt. Diese sehr erfolgreiche Veranstaltung wurde
von Paula und Harrie van Rijckevorsel (Eltern von Francis) und Nel van der Werf,
Mitglieder des holländischen Trust für “Friends of Camphill India”, in die
Wege geleitet. Viele Freunde und Verwandte waren an der kreativen und
farbenfrohen Darstellung der verschiedenen Aspekte unserer Kommune beteiligt und
der Videofilm, den Murai gedreht hatte, und die Imbisse, die Anantha und Su, ein
in Holland lebender Inder, zubereitet hatten, fanden großen Anklang. Es wurde
sogar ein Bharat-Natyam Tanz vorgeführt und die vielen indischen Waren fanden
schnelle Abnehmer. Unter den mehr als 250 Besuchern befanden sich auch einige
unserer ehemaligen Mitarbeiter in BANGALORE: Caroline, Peter, Uli, Sarah und
Manuela. Dieser Tag hat unsere Verbindung zu den über 100 Spendern in Holland
erneut gefestigt, wir konnten neue Spender dazugewinnen und erhielten großzügige
Beiträge. Wir sind froh, dass wir uns auch in Zukunft auf Unterstützung aus
Holland verlassen können und an dieser Stelle möchten wir allen unseren
Freunden dort unseren herzlichsten Dank ausdrücken.
Während der Abwesenheit von Francis, Anantha und den Kindern wurde unsere
Wohngemeinschaft durch unsere Mitarbeiter sehr gut versorgt. Arokiadas hatte die
Oberaufsicht und wurde tüchtig unterstützt von Saji, Florian, Benjamin, Helen
(die für diese Zeit extra aus England kam), Lidwina aus Holland und Anna aus
Deutschland. Wir danken ihnen für ihre sorgende Unterstützung, die es ermöglichte,
dass die Aradhyas ihren Urlaub unbeschwert genießen konnten.
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Wir kamen am 24. Mai zurück und noch während unserer Abwesenheit kamen
beunruhigende Nachrichten von Antaranga, dass es Raju nicht sehr gut gehe. Nach
unserer Rückkehr sahen wir, dass die Sorge um unseren Freund berechtigt war. Er
war sehr schwach geworden und brauchte Pflege rund um die Uhr.
Am 30. Mai 2001 bestand Raju darauf, am morgendlichen Gebet teilzunehmen, obwohl
er am Tag davor nicht mehr die Kraft hatte, allein zu gehen. Kurz danach führte
Ladu, einer unserer Mitarbeiter, Raju zurück in sein Zimmer und gab ihm seinen
Morgentee und Kekse. Raju trank schnell seinen Tee, klopfte Ladu auf den Rücken
und sagte: “ich möchte jetzt schlafen”. Ladu half ihm noch sich hinzulegen
und in seinen Armen schlief unser Freund für immer ein. Alle Hausbewohner
verbrachten die nächsten Stunden mit Gebeten, Singen und Lesen aus der Bhagavad
Gita an Raju’s Bett, bis dann seine Familie kam und ihn mitnahm.
Wir haben einen guten Freund verloren und wünschen ihm den Frieden und das
Licht nach dem er sich gesehnt hatte.
Einige unserer Eltern zeigten Besorgnis als sie vom plötzlichen Tod Raju’s hörten
und so wollen wir bei unserem nächsten Familientreffen (Anfang August) diesem
Thema Zeit widmen, so dass Fragen gestellt und beantwortet werden können.
Im vergangen Monat erhielten wir viele neue Bewerbungen und nun ist Kanav, ein
18 jähriger junger Mann aus Delhi, zur Probezeit bei uns und unser Haus ist
wieder voll.
Inzwischen wurden auch die ersten Schritte zum Bau unseres zweiten
Familienhauses getan und wir sind dabei, die Pläne mit unserem Architekten,
Bauleiter und den Trustees zu besprechen. Wir hoffen, mit dem Bau im Oktober
2001 beginnen zu können.
Am 13. Juni hatten wir eine Sonderbesprechung mit unseren Mitarbeitern und da hörten
wir von Arokiadas und Ladu, dass sie sich auf eine längere Arbeitsperiode bei
uns festlegen wollen. Arokiadas hat nun auch seine Frau und Tochter zu uns
gebracht und wir heißen beide herzlich willkommen.
Gleichzeitig teilten uns Saji und Helen mit, dass sie ab September 2001 das dreijährige
Seminar in Sozial Therapie in Camphill Copake, USA, absolvieren können. Wir
freuen uns mit ihnen und wünschen ihnen alles Gute dazu.
Liebe Freunde, wir danken Ihnen für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung.
Herzliche Grüße von allen in “Friends of Camphill India”.
Francis Aradhya
Newsletter 7
[Anfang]
Liebe Freunde.
Ist es nicht ein unglaubliches Phänomen, dass diese Jahreszeit so reich gefüllt
ist mit Festen fast aller Religionen? Dassara und Diwali für die Hindus, Advent
und Weihnachten für die Christen, Ramzan für die Mohammedaner und Hanukkah für
die Juden….
Und soweit wir diese Feste verstehen, haben sie alle eine Beziehung zu dem
gleichen Thema: DAS LICHT VERTREIBT DIE FINSTERNIS. Wir können nur hoffen, dass
das intensive Feiern dieser Festtage eine starke positive Energie schafft, zum
Wohl der allgemeinen Weltsituation und für die einzelnen menschlichen
Schicksale.
Jetzt sind wir schon mitten in der Adventszeit und davor feierten wir Dassara
und Diwali auf schöne Weise. Diwali war sehr vielseitig. Beim Puja wurde eine
eindrucksvolle sanfte Kuh im Freien gewaschen und dann im Haus verehrt und gefüttert
(dass sie uns mit ihrem Segen belohnt hat, sieht man noch an den verschiedenen Wänden);
Anantha’s Schwester Nalini untermalte die Handlung mit wohlklingenden religiösen
Liedern; es gab köstliches Essen und die Kinder Arun, Padma und Asmi malten schöne
Bilder von verschiedenen Diwaligeschichten über Rama und Sita, Laxmi und Bali.
Und natürlich leuchteten am Abend viele selbstgemachte Diyas (Öllämpchen).
Der Tag endete mit einem prächtigen Feuerwerk und wir müssen zugeben, dass an
diesem Abend unser Umweltbewusstsein in Tiefschlaf verfiel.
Wie so oft, hatten wir auch in den letzten
sechs Monate viele Besucher. Um nur einige davon zu erwähnen: im August 2001
beschenkten uns Ma Narmadha und Swami Sethuram mit einem interessanten workshop über
“pranic healing”. Im November hatten wir Besuch von Aban Bana, die Rosselke
Zech (eine anthroposophische Ärztin) und Guy Wertheim (Direktor von Weleda Sued
Afrika) mitbrachte. Mit ihnen hielten wir einen eintägigen Workshop ab über
“gesunde menschliche Entwicklung und ihre Störungen”. Und zu unserem Glück
konnten wir auch wieder Rachel und Peter Proctor, Berater in bio-dynamischem
Gartenbau aus New Zealand begrüßen.
Wenn wir schon von bio-dynamischem Gartenbau reden, wollen wir auch das Neueste über
unseren Garten berichten: dank der schweren Arbeit, die unsere letzten Zivis,
Benjamin und Florian, geleistet haben, genießen wir nun unsere eigenen süßen
Papayas, Bananen, viele Kilo Bohnen, Basilikum, Petersilie, Kartoffeln, usw.,
und wir hatten auch eine gute Ragi Ernte.
Am ersten Samstag im Dezember nahmen wir an dem “United Charities Bazaar” im
Zentrum von Bangalore teil. Wir verkauften selbstgebackenes Brot und Gebaeck,
organisches Basilikum, Täschchen, Puppen, Schwimmkerzen, Pflanzen,
Perlenketten, Produkte aus unserer Töpferei und Babykleidung. Es war eine
lohnende Erfahrung für alle, die daran mitgearbeitet haben und wir danken vor
allem Verena, die das ganze so gut organisiert hatte. Danach bleiben uns nun
Erinnerungen an viele interessante Gespräche, viel Lachen und Einnahmen von über
Rs. 10 000.00!!
Am Tag darauf (Sonntag, 2.Dez.2001) feierten wir ein weiteres großes Ereignis.
Wir konnten alle unsere Nachbarn, mehrere Trustees, unseren Architekten Georg
Leuzinger, Bauunternehmer A. Sukumar, und einige Bauarbeiter willkommenheißen,
um zusammen mit ihnen den Bhomi Puja (1. Spatenstich) für das zweite
Familienhaus von Friends of Camphill India abzuhalten. Mr. Venkannaiah, unser
Freund und Nachbar, zelebrierte den Puja mit großer Sorgfalt. Der Himmel war
blau wie immer und unzählige Libellen schwirrten um uns herum. Wir konnten spüren
wie unser zukünftiges Haus seinen Segen empfing und hoffen nun auf einen
raschen und guten Fortschritt im Bauverlauf.
Jetzt im Dezember haben wir mit den Vorbereitungen für unser Weihnachtsspiel
begonnen. Wir würden uns freuen, wenn wir viele von Ihnen am Heiligen Abend bei
uns sehen könnten.
Und wer ist an all den Vorbereitungen beteiligt? Unsere neuen Mitarbeiter aus
dem Ausland sind: Simon, Bettina und Oliver aus Deutschland, Helena aus der
Tschechei, Christel aus Dänemark und Su-Jie aus S.Korea. Es ist wieder eine
sehr dynamische und positiv eingestellte Gruppe die zusammen mit Ladu, Saji,
Shanta, Das, Anantha und Francis ein gutes Team bilden.
Manche unserer Freunde werden fragen, wie es Saji und Helen ergangen ist. Leider
konnte Saji kein Visum für die USA bekommen. Inzwischen ist Helen in einer
Camphill Gemeinschaft in Schottland und wartet auf Saji, der ebenfalls ein Jahr
als Volontär dort verbringen möchte. Saji ist mitten in den Vorbereitungen für
diesen Schritt und wir hoffen, dass es dieses mal keine Schwierigkeiten mit
seinem Visum gibt.
Jetzt möchten wir das neueste und jüngste Mitglied unseres Hauses vorstellen:
es ist Neha Rane von Mumbai, ein reizendes, gesprächiges und sensibles Mädchen
von 17 Jahren, die viel Freude in unsere Familie einbringt. Wir hoffen, dass sie
sich bald ganz eingewöhnt hat.
Und hier das Neueste über alle, die nicht schon erwähnt wurden:
Shalu verbessert noch immer ihre Fähigkeit, Wäsche richtig aufzuhängen.
Shirly, Hari und Susan haben eine erstaunliche Menge an farbenfrohen Sachen in
der Weberei hergestellt.
Kanav wurde zum “Zeremonienmeister” für alle Geburtstagsparties ernannt, da
er sich anscheinend auf diesem Gebiet genauestens auskennt.
Sathya wird bei unserem nächsten Workshop in Sozial Therapie (1.-3.Jan. 2002) für
unsere Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen.
Rachel lernt sich in Zeichensprache zu verständigen und wir lernen alle mit
ihr.
Vidhya Shankar hat sein Leben bei uns akzeptiert und versucht mitzuarbeiten wo
immer er gebraucht wird (bzw. wo man seine Hilfe verlangt).
Unni Krishna überschüttet uns noch immer mit seinem eindrucksvollen Geschrei,
aber sein charmantes Wesen gleicht alles wieder aus.
Wir haben entdeckt, dass Rhagavendra mehr trinkt als erlaubt ist! Die Tasse Tee,
die er täglich zu Ratnamma, unserer Hilfe im Garten, hinausträgt, erreicht
diese nur halbgefüllt! Die gute Nachricht ist, dass er noch immer finanzielle Unterstützung
von seinen Freunden in der Stourbridge Community in England bekommt - wir danken
ihnen dafür.
Javeria wird dieses Jahr die Maria in unserem Weihnachtsspiel sein und sie
bereitet sich mit viel Mühe auf diese Rolle vor.
Durch ihre inspirierende Freude an all den kleinen Erfolgen im Leben, verbreitet
Doyita fröhliche Stimmung wo immer sie mitarbeitet.
Und dann zuletzt: Adrian, der seit September 2001 als erster Behinderter nur tagsüber bei uns ist. Mit ihm beginnt eine neue Richtung in den Aktivitäten unserer Gemeinschaft.
Nur ein Name wurde noch nicht erwähnt, und das ist der von der kleinen Uma, die spielt und singt und wächst und die im Namen von uns allen sagt:
DIE BESTEN WÜNSCHE FÜR EIN WEIHNACHTEN UND NEUJAHR
VOLL LICHT UND FRIEDEN

Die ganze Antaranga Familie im
September 2001
Newsletter 8
[Anfang]
Liebe Freunde.
Letzten Monat konnten wir eine wunderschöne Aufführung
miterleben: “Earthsong” (Erdenlied), dargestellt von hundert Kindern und
Jugendlichen verschiedenster Herkunft. Eine der Hauptmistspielerinnen war ein Mädchen
mit unglaublich ausdrucksvollen Händen und Augen. Besonders eindrucksvoll an
diesem Mädchen war die Tatsache, dass sie die Belastung durch ihre gelähmten
Beine überwinden konnte und ganz verbunden war mit dem ungestörten, heilen
Geist der so hell in ihr lebte.
In unserem nächsten Panchanga Meeting besprachen wir diese Aufführung und es
kam zu einer interessanten Diskussion zwischen uns. Zwei rührende Beiträge
waren von Neha und Adrian. Neha sagte: “ich habe mich nie behindert gefühlt.
Es waren immer nur die Menschen um mich herum, die behaupteten, dass mit mir
etwas nicht stimmt….”. Adrian fügte sehr ruhig hinzu, dass er behindert
sei, da er einen Gehirnschaden habe….
Sagen uns diese beiden jungen Menschen nicht eine tiefe Wahrheit? Es ist eine große
und wichtige Erfahrung mitzuerleben, dass nur das Instrument beschädigt ist und
dass der Musiker selbst vollkommen und gesund ist…..

Narahari

Javeria
Es ist wieder ziemlich lange her seit unserem letzten Newsletter, aber ich kann bestätigen,
dass jeder Tag dieser letzten 6 Monate beschreibenswert wäre!
Wir begannen das Jahr 2002 mit einem inspirierenden Workshop über Sozial
Therapie unter der Leitung von Angelika Monteux aus Camphill Aberdeen. Ich möchte
hier einen sehr interessanten Beitrag von ihr wiedergeben: “heutzutage
versuchen wir angestrengt eine bessere Bezeichnung für unsere Freunde mit einem
geistigen Handikap zu finden: geistig behindert, Menschen mit Lernbehinderungen,
usw. usw. Aber was ist eigentlich falsch an diesem Wort “handicapped”.
Dieser Ausdruck kommt ursprünglich aus der Welt des Sports. Bei einem Rennen
zwischen mehreren jungen, kräftigen Pferden kann es sein, dass einigen Pferden,
die eine sehr hohe Gewinnchance haben, ein “Handikap” gegeben wird; d.h. ein
Extragewicht unter dem Sattel um das Rennen zu erschweren. Gibt das dem Wort “Handikap”
nicht eine tiefere Bedeutung? Ein Handikap ist ganz sicher das Extragewicht, das
den Lebenslauf schwieriger, härter ….. und reichhaltiger macht? Aus den
Handikaps, die uns gegeben sind, können wir etwas Besonderes lernen und etwas
Besonderes an andere weitergeben.
Am 31. März feierten wir unseren dritten Jahrestag. Gleichzeitig war es
Ostersonntag, und so führten wir ein kurzes Spiel auf: “Der Hase im Mond”.
Vijay Kaikini aus Mumbai (der kurz davor seine dreimonatige Probezeit bei uns
antrat) spielte die Rolle des Brahma sehr überzeugend. Leider beschlossen seine
Eltern später, dass sie ihren Sohn doch lieber in der Naehe von Mumbai haben
wollten, und so reduzierte sich die Anzahl unserer behinderten Freunde zurück
auf 13.
Auch bei unseren Mitarbeitern gab es Veränderungen. Mr. Das, der von Anfang an
bei uns mitgearbeitet hatte, verlies uns zusammen mit seiner Frau und Tochter,
da es einfach nicht möglich war eine Basis der Zusammenarbeit zu finden, die für
beide Seiten befriedigend war.
Dann kam im März, wie ein Geschenk vom Himmel, Joy (26), ein junger Mann aus
Kerala, zu uns und zwei Monate später der achtzehnjährige enthusiastische Baba
aus Coorg. Und da wir schon von unseren indischen Mitarbeitern reden, müssen
wir auch erwähnen, dass Mary nach einer fünfmonatigen Abwesenheit wegen
schweren Rückenproblemen nun wieder bei uns ist und in der Küche für unser
leibliches Wohl sorgt.
Unsere ausländischen Volontäre haben uns wieder voll unterstützt: Oliver aus
Deutschland, Christel aus Dänemark (sie half Neha, die die Jüngste unter den
Behinderten ist, sich schnell und gut einzuleben), Helena (Czech-Rep), Mei-Song
(Korea) und Bettina (Deutschland), die ein ganzes Jahr bei uns war und nun auf
dem Weg zum Emerson College in England ist. Simon, unser deutscher Zivi, ist mit
seinem Jahr bei uns auch fast fertig und wird noch ein bisschen in Indien
reisen, bevor er nach Hause fliegt. All diese jungen Leute sind ein Segen für
uns. Sie sind sehr offen für Sozial Therapie und immer bereit, ihr Bestes zu
geben. Wir danken ihnen allen und wünschen ihnen viel Gutes auf ihren weiteren
Weg.
Eine neue Gruppe von ausländischen Mitarbeitern ist schon am Kommen und in
unserem nächsten Newsletter werden wir mehr über sie berichten.
Während der Sommerferien konnten wir eine wohlverdiente Pause genießen, da wir
ganz unerwartet Hilfe von Alex (USA) und Ross (Australien) bekamen, die Haus und
Garten bestens versorgten. Wir sind ihnen sehr dankbar.
Mrs. Sarojamma, eine Nachbarin, gibt jeden Sonntagmorgen einer Gruppe unserer
Freunde Englischunterricht und es wäre schön, wenn wir noch weitere solche Beiträge
von unseren Nachbarn bekommen könnten.
Von unserem Trust gibt es eine traurige Nachricht: Zu Beginn des Jahres 2002
wurde Mr. Jathanna, Mitglied des Arya Jnana Seva Trust ( unsere Nachbarn),
eingeladen, auch bei uns als Trustee mitzuwirken. Wir hofften auf eine effektive
Zusammenarbeit mit ihm. Leider sollte es nicht so weit kommen. Zu unserem großen
Leid erfuhren wir, dass Mr. Jathanna einen tödlichen Unfall hatte. Wir denken
an seine Familie und wünschen ihr Kraft und Licht.
Am 9. Juni genossen wir ein außerordentliches Konzert von Mr. Vasudeva Rao, der
auf der Mridangam spielte und von seinen Kollegen auf der Geige und anderen südindischen
klassischen Instrumenten begleitet wurde. Einige unserer Nachbarn kamen auch in
diesen Genuss. Ich muss sagen, dies war eine wirklich heilende Erfahrung.
Der erste Regen kam im Monat Mai und nach fünfstündigem Regenguss erlebte
unser Garten eine dramatische Verwandlung. Eine Mauer unseres Brunnens war
eingebrochen und wir konnten gerade noch die Wasserpumpe retten, und vom Neubau
wurde Sand und Bauschutt über das Gemüseland geschwemmt, so dass der Garten
neben Panchanga in eine Wüste verwandelt wurde! Die Macht des Wassers wurde uns
deutlich vor Augen geführt.
Leider ist der Monsun, der normalerweise im Juni/Juli aus dem Westen kommt, bis
jetzt nicht eingetroffen. Wir warten alle verzweifelt auf mehr Regen.
Die letzten Neuigkeiten betreffen unser zweites Haus. Wir können es kaum
glauben, aber der Bau naht sich dem Ende. Die große Bautruppe von Mr. Sukumar
(Bauleiter) und Mr. Leuzinger (Architekt) hat es wieder einmal geschafft,
unseren Traum in ein großes schönes Gebäude umzusetzen. Zwoelf weitere
Behinderte und eine Gruppe Mitarbeiter werden dort viel Platz haben. Wir hoffen,
die Eröffnung im November 2002 feiern zu können. Die Warteliste für dieses
zweite Haus ist schon recht lang und so bereiten wir uns darauf vor, das neue
Haus mit Leben zu füllen. Bis jetzt stehen wir allerdings noch vor der großen
Frage, wo wir zukünftige Hauseltern finden können. Vielleicht kann uns jemand
helfen?
Wir gehen auf die Zukunft zu und werden bekannten und unbekannten Fragen gegenüber
stehen…. Mitte dieses Monats haben wir wieder unser jährliches Treffen mit
den Eltern und das ist immer ein schönes Ereignis. Dann arbeiten wir auf die Weihnachtsbazars
hin, wo wir unsere Produkte verkaufen wollen…. und ganz tief in meinem Inneren
klingt schon eine leise Melodie für das nächste Weihnachtsspiel.
All unseren Spendern, vor allem den Freunden von “Camphill Copake” und dem
“Dutch Trust Friends of Camphill India”, die uns so großzügig bei der
Finanzierung unseres zweiten Hauses unterstützt haben, möchten wir unseren
innigsten Dank aussprechen.
Mit besten Wünschen an Sie alle,
Francis Aradhya
Im Namen von allen in Antaranga.
Newsletter 9
[Anfang]
Liebe Freunde.
Wir wissen, dass ein Newsletter schon lange fällig ist. Die Monate vergehen so
schnell und sind angefüllt mit Ereignissen und Aktivitäten und so bleibt wenig
Zeit um sich hinzusetzen und über die letzten Monate nachzudenken.
In den letzten Monaten des Jahres 2002 wurden die Bauarbeiten am neuen
Familienhaus mehr oder weniger abgeschlossen. Das Gebäude ist Antaranga sehr
ähnlich, mit einem geräumigen Wohnzimmer, einem offenen Innenhof von dem die
Zimmer der Behinderten abgehen, und den Privaträumen der Hauseltern und ihrer
Kinder im ersten Stock. Neu hier ist das Untergeschoss, in dem die Zimmer für
die Mitarbeiter untergebracht sind und auch ein sehr großer Raum für zukünftige
Workshops, Seminare und gesellige Zusammenkünfte. Um die Vorderseite des Hauses
läuft eine bedeckte Veranda von der aus man den Garten und die anderen Gebäude
überblicken kann. Gleich unter diesem Haus liegt die
“Abwasser-Aufbereitungs-Anlage” in der das Abwasser beider Familienhäuser und
auch des benachbarten Seniorenheims auf natürliche Weise gesäubert wird, und wir
hoffen dass wir damit die extreme Wassernot in unserer Gegend bekämpfen können
und unsere Gärten wieder genügend Wasser bekommen. Dies ist ein ganz neuartiges
Projekt, da es gleichzeitig Bio-Gas für die Küche produziert, und wir hoffen,
dass auch andere Menschen davon inspiriert werden und Ähnliches aufbauen
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Francis und Ursula mussten wieder einmal kräftig einkaufen, um all die Dinge
herbeizuschaffen, die ein Haus gemütlich machen und bald hingen an den vielen
Fenstern bunte Vorhänge, die Betten waren gemacht und viele Bilder schmückten
die Wände. Anantha plante die Einrichtung der Küche und inzwischen kann dort
eine Großfamilie bekocht werden und Frans-Jozef van Nispen, ein holländischer
Künstler und Freund, verbrachte wieder einige Wochen bei uns und entwarf ein
sehr schönes Kupfergefäß für den “Grundstein” und ein besonderes Fenster über
dem Altar in unserer kleinen Gebetsecke.
Als uns Roswitha Imegwu und Kumar Mal von Camphill Copake, USA, wieder
besuchten, nahmen wir dies zum Anlass um die “Grundsteinlegung” für Santvana,
unser neues Haus, am 23. Oktober 2002 zu begehen. Das Wohnzimmer war wunderschön
geschmückt, unsere Hausbewohner, Mitarbeiter und Volontäre erwarteten die Gäste
und es wurde musiziert, gesungen und geredet. Verschiedene Texte, die unsere
Freunde für diesen Anlass geschrieben hatten, wurden vorgelesen und in das
Kupfergefäß gelegt, das dann von unseren lieben Gästen in den Altar eingemauert
wurde.
Am Sonntag, dem 1. Dezember 2002, wurde die Eröffnung von Santvana mit vielen
Freunden, Eltern und allen Hausbewohnern gefeiert. Es war ein wunderschöner Tag.
Nach einem reichlichen Imbiss, bei dem nebenher Produkte aus unseren Werkstätten
verkauft wurden, begann die Feier. Dr. Shekar Sheshadri, unser Ehrengast und ein
bekannter Psychiater aus Bangalore, zerschnitt das Band, das quer über die
Eingangstür gespannt war, und dann strömten alle Besucher durchs Haus, treppauf
und treppab, während unsere Camphillfreunde fröhliche Lieder sangen. Danach
hielt Dr. Sheshadri eine sehr inspirierende Anrede, die seine Verbundenheit zu
unserer Wohngemeinschaft zeigte. Der Höhepunkt des Tages war danach ein
Theaterstück, das Francis für diesen Anlass geschrieben hatte, und bei dem alle
Hausbewohner, Mitarbeiter und selbst unser Gärtner und eine der benachbarten
alten Damen mitspielten. Es war eine erstaunliche Aufführung, die bei den
Zuschauern tiefe Eindrücke hinterließ.
Der Dezember hatte begonnen und bald spürte man die Adventsstimmung.
Weihnachtslieder klangen durchs Haus und alle übten mit beim Weihnachtsspiel,
das dann am 24. Dezember im Kreise der Eltern und Freunde aufgeführt wurde. Die
Aradhya Familie bekam zu dieser Zeit Besuch: Francis’ Bruder mit Familie war aus
Frankreich hier und noch zwei Freunde kamen aus Holland und sie waren die ersten
Bewohner von Santvana. Da unsere Behinderten zwischen Weihnachten und Neujahr zu
ihren Familien gingen, konnten die Aradhyas und ihre Besucher eine kurze,
wohlverdiente Ferienwoche in Shimoga, Anantha’s Heimatstadt, verbringen.
Das Jahr 2003 begann mit den Vorbereitungen fuer unseren jährlichen Workshop
über Sozial Therapie und am 25. Januar konnten wir die vielen Teilnehmer
willkommenheissen: Penelope Roberts und Stephan Rasch aus Camphill Copake, USA,
Aban und Dilnawaz Bana aus Mumbai, Frau Rama und Murai Nobuyoshi (unsere
Yogalehrer), und weitere Freunde, darunter auch eine Gruppe aus Nepal. Santvana
diente auch diesesmal wieder als geräumiges Gästehaus. Während der vier Tage gab
es Vortraege über Sozial Therapie und Anthroposophie mit anschließenden
Diskussionen, es wurde Eurythmie und Yoga gemacht und gesungen und gemalt.
Abschließend wurde beschlossen, mit Vorbereitungen für einen richtigen Kurs in
Sozial Therapie zu beginnen, um unseren Mitarbeitern und anderen die Möglichkeit
zu geben, ihr Verständnis der seelepflege-bedürftigen Menschen zu vertiefen.
Ende Februar 2003 wurde der nächste grosse Schritt innerhalb der
Wohngemeinschaft getan. Francis und Anantha mit ihren Kindern, einigen unserer
Behinderten und Mitarbeiter/Volontäre zogen nach Santvana um in Zukunft dort zu
leben. Der Rest der Grossfamilie bleibt in Antaranga und wird dort von unseren
älteren, erfahreren indischen Mitarbeitern versorgt. Beide Haeuser werden
langsam neue Behinderte aufnehmen, und die ersten sind schon zu uns gekommen :
Ramesh und Deepak. Ein neuer Rythmus entwickelt sich, und obwohl noch Vieles
zusammen unternommen wird, beginnt doch jedes Haus seine eigene Identität zu
schaffen.
In einer wachsenden Wohngemeinschaft erfahren wir viel Freude und sind stolz auf
unsere Leistungen , aber wir werden auch mit Problemen konfrontiert. Eine Anzahl
Unglücksfälle und Krankheiten, in denen Mitarbeiter, Volontaere und sogar einige
Bauarbeiter verwickelt waren, lösten grosse Bedrückung aus und zwingen uns über
die Bedeutung dieser Begebenheiten nachzudenken. In einer Zeit der weltweiten
Konflikte werden auch wir, in unserer kleinen Welt, nicht verschont. An dieser
Stelle möchten Anantha und Francis ihre tiefe Dankbarkeit unseren Trustees
gegenüber zum Ausdruck bringen. Sie standen uns mit Rat und Tat zur Seite und
scheuten keine Mühe, die unangenehmen Situationen für uns zu erleichtern. Sie
wurden ihrem Namen gerecht: Trust = Vertrauen, und unsere Zusammenarbeit wurde
dadurch noch gefestigter.
Wir sind gerade vier Jahre alt geworden und das Kleinkind, das sich bemühte
aufzustehen, macht nun sicherere Schritte. Einige neue indische Mitarbeiter sind
zu uns gekommen und sie gewöhnen sich mit Leichtigkeit und Enthusiasmus in das
neue Leben ein, und unsere ausländischen Volontaere/innen bringen viel Farbe und
neue Talente zu dieser Camphill Familie.
Auch in den letzten Monaten konnten wir wieder großzügige Spenden bekommen und
wir danken unseren Freunden in den USA, in Australien, Holland, Schweiz ,
Deutschland und hier in Bangalore für ihre beständige und wohlwollende
Unterstützung.
Herzliche Grüsse und viele gute Wünsche von
Ursula Chowdhury und allen Bewohnern von Antaranga und Santvana
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